© Darkwulf
Die Umrisse stammten von einer steinernen Säule, auf der einige Namen auszumachen waren. Im schwachen Lichtschein las Falk : ,, Extorzil, ... Draxorthal, Pyrkarsyl .... ´´ Erst jetzt wunderte sich Falk darüber, dass er diese Schrift lesen konnte, verschwendete aber keinen weiteren Gedanken daran. Mehrere Gwenpetrylsteine waren in die angrenzenden Wände eingelassen worden und waren in wirren Spiralartigen Mustern angeordnet. Sie brachten grünes Licht in die Dunkelheit.
An einer der hinteren Wände gab es einen weiteren Durchgang, der vor einer steinernen Treppe endete, die hinauf führte. Auf mittlerer Höhe bestaunten sie abermals ein weiteres Zeugnis der Vergangenheit. Es handelte sich dabei um ein goldenes Tor das mit zahlreichen Edelsteinen verziert worden war. In das Tor eingefügt waren unbekannte Glyphen in wilden Mustern und ein übergroßer Drache umschloss einen aus purem Silber gefertigten, runden Öffnungsmechanismus, der ebenfalls reich verziert war.
Hogan hatte noch immer die Gestalt eines Drachen und Efferdia schaute ihn immer noch beunruhigt an. ,, Was ist mit dir passiert ? ´´ fragte sie stockend. ,, Ich musste mich wandeln um das Tor öffnen zu können. ´´ Dann erklärte er weiter ,, Ich werde euch später erzählen wie ich das kann ´´ Efferdia gab sich vorerst mit dieser Aussage zufrieden, sagte sich aber selbst, dass eine Erklärung noch komplizierter war. Mit aller Kraft spannte Hogan seine Muskeln und ächzend setze sich eine der Flügeltüren in Bewegung. Kurz darauf durchschritten sie einen langen Gang, dessen Wände mit Goldplatten getäfelt waren.
Der Boden war mit grünglasierten Fliesen ausgelegt. Nach etwa zehn Minuten erspähten sie einen Durchbruch, der ins Freie führte. Sie überblickten ein Tal majestätischen Ausmaßes, das von einem Gebirgsmassiv umschlossen wurde. Da sie über das dichte Blätterdach schauen konnten sahen sie, wie sich mehrere Stufenpyramiden, von der eine größer als die andere war, über diesem erhoben. Die Außenflächen waren mit grünglasierten Ziegeln bedeckt und die Spitzen hatte man mit einer goldenen Verschalung versehen.
Jetzt stiegen sie hinab und Hogan schlug inzwischen eine ihm offenbar bekannte Richtung ein. Schweigend folgten sie ihm und fragten sich, ob dieser Teil Aventuriens wohl jemals erforscht worden war. Nach einer ganzen Weile fing Hogan an zu flüstern :,, Bitte folgt den Stufen der Pyramide vor euch bis ihr oben ankommt.´´ ,, Dort ist ein Teil meines Körpers auf dem Altar zu finden !´´ nach einer Pause schilderte er beiläufig : ,, Legt diesen Kristall auf die Überreste und ...´´ Ein Flammenstrahl entfuhr seinem Maul und entzündete eine der neben den Stufen befindlichen Feuerschalen.
Im gleichen Moment huschten Schattenartige Wesen zwischen den Bäumen umher und näherten sich dabei. ,, Geht !´´ empfahl Hogan zügig und stellte sich den Wesen in den Weg. Falk und Efferdia nickten kurz und stiegen eiligst die schmalen Stufen hinauf. Auf der Plattform angekommen betrachtete sich Falk den grellweißleuchtenden Kristall von dem eine leichte Wärme ausging. Er hatte schon Molitors Steinsammlung sehen dürfen und konnte sich daran erinnern, dass die Statue im Eingang der Akademie einen Kristall trug, der diesem hier verblüffend ähnlich war.
Unten waren Schreie zu hören, die von dem Drachen ausgingen, der plötzlich zusammenbrach. Die Überreste auf dem Altar wiesen Brandspuren auf und von ihnen war nicht mehr viel zu erkennen. Rodiak legte den Kristall auf sie, der jetzt heller und heller wurde. Die Pyramide erzitterte und einige der glasierten Ziegel zerbarsten oder fielen in die Tiefe. In diesem Augenblick sahen Falk und Efferdia, dass der Drache mit seinen Pranken seine Brust umfasste, aus der Blut strömte.
Um den Windenden hatten sich einige Schemen versammelt, deren Umrisse urtümlich wirkten. Sie fielen geradewegs über ihn her und beide sahen fassungslos mit an, wie die Schemen einzelne Gliedmaßen des Drachen durchdrangen und diese von Innen heraus förmlich auseinander sprengten. Eingeschüchtert gingen Falk und seine Frau ein paar Schritte rückwärts, bis ihre Rücken an den Rand des steinernen Altars stießen. Die Schatten hatten von ihrem zerfetztem Opfer abgelassen und arbeiteten sich die steinernen Stufen herauf. Beide zogen nun ihre Waffen und kauerten sich hinter den Opfertisch.
Die Erscheinungen waren nun fast an der obersten Stufe angekommen und warfen währenddessen eine der großen Feuerschalen um, die polternd in die Tiefe fiel. Sekundenschnell fing das hohe Gras am Boden sich zu entzünden und wenige Augenblicke später brannte es lichterloh. Unerwartet erschien hinter ihnen auf dem Aufgang eine grausige Gestalt, die hundeähnlich Aussah aber mit ihren Spinnenbeinen eher einer dämonischen Macht zuzuordnen war.
Mit einem gewaltigen Satz sprang das Untier über die Schatten hinweg und landete auf dem Altartisch, auf dem es immer noch grell leuchtete. Kurz darauf erblickten Falk und Efferdia eine weitere Gestalt, die sich aus dem grellen Licht schälte. Es handelte sich dabei um einen rotgeschuppten Achaz, der eine gewaltigen Knochenkeule über seinem Kopf drehte, die dabei bläulich schimmerte. Abrupt hielten die angreifenden Schattengebilde Inne und lösten sich pfeifend auf. Dann verlosch das weiße Licht auf dem Altar und das gewaltige Ungetüm, sowie der Fremde sahen sie beide aus surrealen Augen an.
Ehrfürchtig blieben Efferdia und ihr Mann ratlos stehen. ,, Ich danke euch, dass ihr meine Seele befreit habt und ich werde euch zurückbringen.´´ Grollend schien die Kreatur neben dem Echsenmensch dies bestätigen zu wollen. Nach einer Weile fragte Falk: ,, Wer ist dieses Tier dort ? ´´ und deutete dabei auf das Untier das sofort laut knurrte. ,, Dies ist meine Gefährtin Issirta.´´ beantwortete Rotrazil dem erstaunt dreinblickendem Krieger als sie die Treppen hinab gingen.
Jetzt standen sie neben den verstümmelten Überresten Reobald Hogans, die noch leicht dampften und leicht süßlich rochen. Langsam bildeten sich Blasen auf dem Fleisch und wurden von gelblichem Ausfluss begleitet, der den Umstehenden fast den Atem nahm. Efferdia hielt sich ein Tuch vor den Mund und ihre Nase, während man tierische Laute, die aus dem Nichts zu kommen schienen wahrnehmen konnte. Dann umtanzten blaugrüne Lichtpunkte den Leichnam und verschwanden dann in dessen Innerem.
Schmerzerfüllt stöhnte der Achaz plötzlich auf und hielt dabei seine Brust, während Blut durch seine Krallen rann. Einen kurzen Moment später blendete die Beteiligten ein kurzer grüner Lichtblitz und vor ihren Augen lag ein unversehrter Reobald, der schwach atmend da lag. Da seine Kleidung Opfer des Angriffs geworden war, sahen sie seinen entblößten Körper. An der Stelle wo sich Hogans Herz befand war eine Wunde zu sehen, die von rötlich schimmernde Schuppen gerahmt wurde und die Haut bis hoch zu seiner Schulter bedeckten. Man konnte deutlich das pochen unter der Haut sehen und man sah, das sich die Wunde langsam schloss.
,, Könntet ihr mir dies erklären ?´´ fragte Falk den rotgeschuppten Achaz. ,, Nicht an diesem Ort !´´ antwortete Rotrazzil hart. ,, Was wird aus ihm ? ´´ erkundigte sich Efferdia. ,, Wir werden ihn mitnehmen erwiderte Rotrazzil, während er abstrakte Zeichen mit seinen Klauen in die Luft zeichnete. Kurze Zeit später schälten sich tatsächlich Zeichen aus dem Nichts und blieben rot leuchtend in der Luft stehen. Falk Rodiak und Efferdia konnten diese Zeichen nicht deuten, nahmen aber jetzt deutlich eine Art Präsenz war, die von ihnen ausging.
Nebel umgab nun die Szenerie und die Bäume verschwammen zu undeutlichen Formen, die sich um sie bewegten. Efferdia hatte größte Mühe sich auf den Beinen zu halten und fiel in die Arme ihres ebenfalls strauchelnden Mannes. Einzig der fremde Achaz, den eine bedrückende Aura umgab schien dies alles nicht zu stören. Dieser hatte die Augen geschlossen und vor ihm erschien aus dem Nebel heraus eine Art Kanope, deren Deckel langsam zur Seite glitt. Reobald lag noch immer da und war wohl in einer anderen Welt. Falk und Efferdia wussten nicht, wie nahe sie mit ihren Gedankengängen der Wahrheit gekommen waren.
Einen Lidschlag später erblickten sie einen gewaltigen Berg, der sich vor ihnen auftürmte. Jetzt ging es Falk und Efferdia besser. Sie erspähten einen Aufgang der in die schroffe Felswand geschlagen worden war und gingen etwas später die Stufen nach oben. Als beide bei Rotrazzil erkundigten wollten an welchem Ort sie nun seien, setzten kurze Zeit ihre beiden Herzen für einen Moment aus und jegliche Farbe wich aus den Gesichtern der beiden Menschen. Auf der Treppe kamen ihnen mehrere Gestalten entgegen die wankten und fast auseinander fielen.
Es waren offenbar Echsische Wesen, die mit ihren verstümmelte Gliedmaßen fuchtelnd in ihre Richtung deuteten. Um sie herum konnte man verworrene schwarze Fäden erahnen, die herumwirbelten und sich an manchen Stellen verknoteten. Arsachaz nahm eine Abwehrhaltung an und wurde kurz darauf von mehreren schmutzigen Auswüchsen getroffen, die von ihren Feinden stammten. Diese hatten sie sich aus ihren ohnehin fast unkenntlichen Leibern gerissen und geworfen. Dabei schienen sie offenbar keinen Schmerz empfunden zu haben. Sie waren auch jetzt unnatürlich still.
Das einzigste Geräusch das von ihnen ausging, kam aus ihren Körpern. Es waren pochende Laute, die teilweise von schmatzenden Klängen abgelöst wurden. Rotrazzil war in diesem Moment dabei die Auswüchse von seinem Körper zu reißen. Dies bereitete im schreckliche Schmerzen und machte ihn rasend. Verzweifelt schlug er mit der Knochen nach den saugenden Auswüchsen und traf diese an der Seite.
Erschreckt musste er jedoch feststellen, dass diese sich keinen Millimeter bewegten. Die Treffer schienen keinerlei Wirkung zu zeigen und noch nie hatte er solche Kreaturen bekämpfen müssen. Falk und Efferdia bekämpften nun ebenfalls die herannahenden Unwesen. Reobald Hogan war zur Sicherheit unter dichtem Buschwerk versteckt worden und befand sich weiter unten in der Nähe der ersten Treppenstufe.
Fiebrig nahm er durch einen Tränenschleier vor seinen Augen undeutlich einen azurblauen Himmel war unter dem er lag. Unangenehm stachen im die spitzen Blätter in die Wangen, unter die man ihn verborgen hatte. Langsam schob er sie beiseite und rappelte sich langsam auf. Ein schmerzhafter Stich in seinem Brustkorb raubte ihm einen Moment die Sinne und in seinem Kopf drangen Hilfeschreie an sein Bewusstsein.
Hogan hielt sich den Kopf und kalter Schweiß rann seine Stirn herab. Dann sah er die Treppe ... seine Gefährten und ... Molitor Szichtor, der von etwa acht Gegnern umringt auf den Treppenstufen stand. Der Einsatz von Magie schien dem Achaz in diesem Augenblick der einzigste Ausweg zu sein. Aus diesem Grund entschloss sich Molitor diese auch zu gebrauchen. Hogan lief, erklomm nun die ersten Stufen dieses gewaltigen Bauwerkes und nahm ein paar lose Steine auf, die er als Waffe gebrauchen konnte. Molitor war es zwischenzeitlich gelungen, seine Gegner dank eines starken Windstoßes zu Fall zu bringen.
Das sollte allerdings nicht lange vorhalten, da sich diese schon wieder langsam begannen zu erheben. Zsichtor eilte hastig ein paar Stufen hinauf und verharrte dort sichtlich erschöpft. Hogan holte aus und erwischte eines der Wesen am Kopf. Es verlor das Bewusstsein, aber würde sich binnen kürzester Zeit wieder erholt haben, so schätzte Hogan. Abrupt wurde er zu Boden geworfen und Er sah in ein Gesicht welches bis zur Unkenntlichkeit entstellt und mit knotigen Falten überzogen war.